Offenes Europa

Gekommen um zu bleiben?! Wie kann sich Europa eine Kultur der Offenheit schaffen und bewahren?

 

Die EU ist ein großes Freiheitsversprechen: Skifahren in Südtirol ohne eine Visum zu beantragen, ein Wochenende in Paris ohne lästigen Geldwechsel, einen Job in Rom beginnen, ohne unüberwindbaren Papierkram und das Uni-Semester in Lissabon, ohne alle Scheine für die Katz zu machen oder das Gespräch in der Eck-Kneipe mit Menschen aus allen Ecken Europas.

Den Arbeitsplatz und den Wohnort frei wählen zu dürfen, ist eine der großen Errungenschaften europäischer Politik. Die Europäische Union macht es möglich, dass Kulturen nicht an Grenzen stehen bleiben, Neues hervorbringen und langsam eine gemeinsame Identität der Vielfalt entsteht.

Wo es viele Freiheiten gibt, gibt es auch viele Unsicherheiten. In Deutschland findet dies Ausdruck in der Sorge über zu hohe Belastungen der sozialen Sicherungssysteme durch Zuwanderer. Vorbehalte gibt es insbesondere gegenüber Menschen aus Süd- und Osteuropa. Statistiken zeigen, dass diese Vorbehalte weitgehend unbegründet sind. So bringen etwa bis zu 25 Prozent der Rumänen und Bulgaren, die nach Deutschland kommen, einen akademischen Abschluss mit – ein höherer Schnitt als hierzulande. Diese Neuankömmlinge sind für die Bewältigung des Fachkräftemangels für unseren Wohlstand von morgen enorm wichtig.

Vorurteile gegenüber dem „Fremden“ abzubauen und im eigenen Land eine Offenheits- und Willkommenskultur zu entwickeln, wird für die Mitgliedsstaaten der Europäische Union immer wichtiger. Viele politische Maßnahmen, wie das Erasmusstudium mit seiner unglaublichen Erfolgsgeschichte des interkulturellen Austauschs, zielen darauf ab.

Festung der Kulturen oder Festival der Kulturen?

Lampedusa und die Ukraine. Diese beiden Orte verdeutlichen in diesen Tagen besonders deutlich, dass der Blick von außen auf Europa sehr erwartungsvoll ist. Europa für die Hoffnung auf ein besseres Leben. In der Ukraine treibt der Wunsch von einer freiheitlichen, toleranten Gesellschaft Menschen auf die Straße. Die italienische Insel Lampedusa ist mittlerweile zum Sinnbild des Flüchtlingsdramas geworden, das sich permanent vor Europa abspielt.

Dieser Flüchtlingsstrom an Menschen, die in Europa ein besseres Leben suchen, hält unvermindert an. Wie sollte die EU darauf reagieren? Wie kann die Menschwürde für Flüchtlinge auf europäischem Boden gewahrt werden? Wie viel darf von der EU vorgegeben werden, wie viel von den einzelnen Mitgliedsstaaten? Wie gehen wir mit weiteren EU-Beitrittskandidaten um? Ist die EU bisher vielleicht zu schnell gewachsen? Die nächsten Monate entscheiden auch über die Zukunft der Menschen, die in Europa ihre Hoffnung sehen.

Die Voraussetzungen für ein offenes Europa sind gegeben, aber es ist noch viel Arbeit zu leisten. Das aufgeklärte Europa ist ganz sicher noch nicht an sein Ende gelangt.

Die Idee von Europa als offene Gesellschaft ist höchst aktuell. Entscheide mit Deiner Stimme, welches Europa Du möchtest. Hier in Europa hast Du die Wahl – im Gegensatz zu vielen anderen Orten der Erde.

Du kannst Europa verändern. Du hast die Wahl für ein offeneres Europa.



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