Nachhaltiges Europa

Entschlossen und smart. Welche Entscheidungen von heute braucht ein nachhaltiges Europa von morgen?

 

Die europäische Stadt der Zukunft ist leise. Kein Verkehrslärm stört den Einkauf beim regionalen Bio-Gemüsehändler, kein vorbeirauschender LKW lässt die Fußgänger zusammenzucken. Stattdessen surren Elektromobile durch die Stadt. Die einen steigen aus, halten ihr Smartphone an die Tür, das E-Mobil gleitet davon. Ein intelligentes Carsharing-System hat den nächsten Nutzer zwei Straßen weiter identifiziert. Die Ökobilanz der Fahrt: Alles im grünen Bereich! Denn das Auto fährt mit regenerativ erzeugtem Strom, gelagert in leistungsfähigen Speichern.

Mehr noch: Eine intelligente Vernetzung der verschiedenen Systeme verringert die Müllproduktion. Technische Geräte werden nicht mehr weggeworfen, wenn sie kaputt sind, sondern Komponente für Komponente wird ausgetauscht. Monitoring-Systeme identifizieren und verhindern Energieverschwendung. Mit grünen Technologien und Dienstleistungen machen Unternehmen in der europäischen Stadt der Zukunft satte Gewinne. Nachhaltigkeit ist am Ende eben auch eine Frage der Ökonomie.

Und was sagst Du zur Smart City der Zukunft?

Natürlich klingt das alles nach Zukunftsmusik, doch die ersten Takte erklingen bereits deutlich hörbar. Denn in der EU hat sich ein Verständnis von Nachhaltigkeit durchgesetzt, das sich nicht mehr nur auf die ökologischen Potenziale zum Beispiel von regenerativen Energien beschränkt, sondern das große Ganze sieht. Wirtschaften „Made in Europe“ könnte für dreifachen Fortschritt stehen – ökonomisch, ökologisch und sozial. Für faire Arbeitsbedingungen. Für soziale Innovationen. Für ökologisch verträgliche Entscheidungen, bei denen Klima und Umwelt berücksichtigt werden. Und für wirtschaftliche Prinzipien, bei denen die Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt steht, nicht Wachstum um jeden Preis. In der Praxis sind wir freilich noch ein Stück davon entfernt.

Die Energiewende in Deutschland ist ein Paradebeispiel für diesen Mentalitätswechsel – aber auch für die Konflikte, die damit einhergehen. Und Europa? Die EU fördert zum Beispiel die nachhaltige Energiegewinnung. So stellt die EU-Kommission bis 2020 für den Ausbau von grenzüberschreitenden Stromleitungen fast sechs Milliarden Euro bereit. Grundsätzlich ein unterstützenswertes Ziel, aber das heißt gleichzeitig auch, dass Leitungen und Kabel durch Gärten und Felder gelegt werden müssen, was nicht jeden begeistert. Wie also umgehen mit den Interessen des Einzelnen? Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energieträgern soll in den Mitgliedstaaten um 27 Prozent steigen, aber wie soll der Ausstieg aus der Kohle ohne russisches Gas funktionieren, von dem nach der Krimkrise immer mehr Staaten unabhängig werden möchten? Wie lang können sich ökologische Interessen behaupten, sollte Europa wieder in eine Wirtschaftskrise rutschen wie 2008? Bis 2030 möchte die EU-Kommission im Kampf gegen den Klimawandel den Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent drosseln. Diese Ziele sind nicht mehr so ambitioniert als früher, die EU gibt ihre weltweite Vorreiterrolle in Klimafragen zumindest partiell auf. Dies wird auch innerhalb der EU-Institutionen durchaus kritisch gesehen. Beispielweise hat sich das Europäische Parlament für höhere Ziele ausgesprochen.

Ist die EU immer noch ein Motor für ein nachhaltigeres Europa?

Das Bild ist ambivalent. Der europäische Handel mit CO2-Zertifikaten ist in seiner derzeitigen Form sicherlich noch nicht das beste Instrument, um den Treibhausgasausstoß zu reduzieren. Darin liegt sowohl eine der größten Herausforderungen, als auch eine der größten Chancen der zukünftigen EU-Energiepolitik. Gerade das Europäische Parlament mit seinen erweiterten Kompetenzen könnte die Debatte neu anfachen und das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben.

Auch in anderen ökologischen Fragen gibt es Diskussionsbedarf. Ein Beispiel ist das sogenannte Fracking, bei dem aus tiefen Erdschichten mittels Chemikalien Erdgas gewonnen wird. Hier fehlen bisher, neben Erfahrungen über die langfristigen Folgen, auch Regeln und Mindeststandards für den Umwelt- und Verbraucherschutz. Das ist die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite ist, dass Fracking die Möglichkeit bietet, unabhängiger von Energielieferanten außerhalb Europas zu werden.

Die Europawahl ist Deine Chance, die EU an ihre Vorreiterrolle in der Klima- und Energiepolitik zu erinnern. Mit Deiner Stimme kann „Made in Europe“ zum weltweiten Markenzeichen für nachhaltiges Wirtschaften werden. Das momentane Zaudern der EU in Klimafragen muss kein Endpunkt sein – die Visionen einer smarten und nachhaltigen Gesellschaft können gemeinsam weiterentwickelt werden.

Du kannst Europa ändern. Du hast die Wahl für ein nachhaltiges Europa!

 



Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /www/htdocs/w00e5d19/ivoteeurope.de/wp-content/themes/dante/page.php on line 185
Setze deine Diskussion auf die Agenda