Mitspielen ist immer anstrengender als Zuschauen!

Mitspielen ist immer anstrengender als Zuschauen!
Philipp Lahm_DFB_Copyright_Nadine Rupp

iChange Europe – das mag für den ein oder anderen erst mal etwas übermotiviert klingen. Ich verändere Europa. Na, klar! Weil da ein Einzelner etwas ausrichten kann.

Aber genau das ist die falsche Denkweise. Denn eigentlich kommt es in allen Bereichen darauf an, was der Einzelne leistet. Das ist meine Erfahrung. Als Fußballer bin ich Teamsportler und natürlich gewinne ich alleine kein Spiel. Aber wenn ich nichts mache und darauf warte, dass die anderen 10 auf dem Feld es schon richten, dann wird das mit Sicherheit nicht unbemerkt bleiben. Der Beitrag jedes Einzelnen ist wichtig, um gemeinsam Erfolge zu erzielen. Dabei muss nicht jeder das Tor treffen. Eine Mannschaft braucht verschiedene Spielertypen, verschiedenen Positionen und profitiert von unterschiedlichen Charakteren. In der aktuellen Mannschaft des FC Bayern spielen Spieler aus zahlreichen verschiedenen Nationen. Sie haben unterschiedliche Konfessionen, kommen aus verschiedenen Kulturen. Man merkt einen deutlichen Unterschied von Temperament und Mentalität. Aber gemeinsam bilden sie die aktuell beste Mannschaft der Welt! Es braucht immer einige Zeit, bis man sich aufeinander einstellt. Und damit es funktioniert, ist es notwendig, sich anzupassen, der übergeordneten Idee unterzuordnen. Seine Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft zu stellen und dafür vielleicht an mancher Stelle auch mal persönliche Ziele zurückzustecken. Das fällt nicht jedem leicht- oft auch, weil es sich unfair anfühlt. Deshalb ist es wichtig miteinander zu reden, sodass jedem das Hauptziel klar ist. Und Regeln zu schaffen, die die Nachvollziehbarkeit und Gerechtigkeit von Entscheidungen sicherstellen.

Wenn ich den Politik- oder Wirtschaftsteil der Zeitung aufschlage, klingt Europa wie ein einziges großes Problem. Im Sportteil nicht: Hier lese ich über die UEFA Champions League, die Königsklasse, die für Top-Fußball und spannende Herausforderungen steht. In der Champions League messen sich die besten europäischen Teams. Der internationale Wettbewerb hat seinen ganz besonderen Reiz für Fans und Spieler und vor allem eine besondere Qualität. Warum nicht den Sport als Beispiel nehmen und auch auf Länderebene eine Gemeinschaft anstreben, welche die verschieden Mannschaften vereint?

Natürlich ist mir bewusst, dass dieser Vergleich nicht zu 100 Prozent funktioniert. Im Fußball gibt es bereits klare Regeln, die von allen akzeptiert werden. Und auch die Organisation einer Mannschaft und die Koordination von ganzen Ländern mit einem zig-fachen an Mitgliedern ist natürlich noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Aber wenn ich eines im Sport gelernt habe, dann, dass alleine der Glaube an den gemeinsamen Erfolg unglaubliches bewirken kann! So denke ich auch über Europa. Die Idee ist gut. Und jede Entwicklung braucht Zeit. Kein Team gewinnt auf Anhieb die Champions League. Es ist ein Prozess, viel harte Arbeit, ein Lernen, auch aus Rückschlägen, die es immer gibt. Aber Europa ist in meinen Augen eine einmalige Chance, weil ein Team immer stärker ist als ein Einzelkämpfer. Vielfalt heißt mehr Entscheidungen, sicherlich oft auch zunächst mehr Chaos, aber eben auch mehr Möglichkeiten. Als Gemeinschaft kann man Stärken bündeln und Schwächen ausgleichen. Aber diese Gemeinschaft besteht aus Einzelnen. Und jeder Einzelne wird gebraucht, um die großen Ziele zu erreichen und die Idee von einer offenen und gerechten Gemeinschaft für alle zu realisieren. iChange Europe – ich und jeder Einzelne von euch, der will.

Oder nochmal auf den Fußballplatz übertragen: Mitspielen ist immer anstrengender als Zuschauen, aber es macht auch sehr viel mehr Spaß!

 

Copyright Artikel- und Autorenbild: Nadine Rupp


Kernthese


Top 3 Contra

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Top 3 Pro

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