Gerechtes Europa

Abgehängt, verloren, chancenlos. Stop! Wie sieht eine Politik aus, die der jungen Generation in Europa eine gerechte Zukunftsperspektive geben kann?

 

Ein junger spanischer Elektrikergeselle hinter einem Kneipentresen in London, eine portugiesische Psychologie-Studentin, die all ihre Ersparnisse in ein Flugticket nach Berlin investiert und ein Zahnarzthelfer aus Griechenland, der sich in Helsinki zum Altenpfleger ausbilden lässt… Drei Geschichten, die nach der Finanzkrise in Europa zum Alltag der jungen Menschen gehören. Und es gibt eine Hoffnung, die sie ihrer prekären Situation verbindet: Die Chance auf einen Arbeitsplatz.

Das Paradoxe daran: In Deutschland wird der Fachkräftemangel befürchtet, gleichzeitig wächst in Europa eine Generation von jungen Menschen heran, die die beste Ausbildung aller Zeiten mitbringt und trotzdem oft keine Arbeit in ihren Heimatländern findet. Die Ursache liegt auch in der 2008 hereingebrochenen Euro-Finanzkrise, die erst langsam wieder an Kraft verliert. Die Auswirkungen sind immer noch spürbar: Europaweit ist im Schnitt fast jeder Vierte unter 25 Jahren arbeitslos. Von dieser Misere sind insbesondere die südeuropäischen Länder betroffen. In Italien stieg die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen auf über 40 Prozent und die rote Laterne teilen sich mit fast 60 Prozent Spanien und Griechenland. Jeder zweite Jugendliche hat in diesen Ländern keine Perspektive, kurzfristig in den Arbeitsmarkt zu gelangen und so im Leben Fuß zu fassen.

Ein „Gerechtes Europa“ bedeutet, dass die Lebensverhältnisse und die Chancen auf ein gutes Leben in und zwischen den einzelnen EU-Staaten ausgeglichen sind. So hoffnungslos die Situation scheint, so deutlich zeigt sie, dass das Problem ein gesamteuropäisches ist, das sich auch nur mit einer gemeinsamen europäischen Strategie lösen lassen wird. In einem Binnenmarkt mit Personenfreizügigkeit und grenzüberschreitendem Austausch von Waren und Dienstleistungen helfen keine nationalstaatlichen Lösungen mehr. Daher stellt sich die Frage: Wie kann die europäische Politik der jungen Generation Hoffnung geben?

Auf einem Gipfel zur Jugendarbeitslosigkeit in Paris im November 2013 stellt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fest: „Es geht um das Schicksal Europas“. Am Ende des Gipfels wurde der jungen Generation ein Versprechen gemacht, dass in Zukunft kein Jugendlicher länger als vier Monate ohne Beschäftigung bleibt. Dazu sollen in den nächsten drei Jahren 45 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Reicht das? Und wird das funktionieren?

Wo hat die EU Nachholbedarf in Fragen Gerechtigkeit?

Gerechtigkeit innerhalb der EU zu schaffen, ist ein gemeinsamer Kraftakt und ein heißes Thema für die kommenden EU-Parlamentsdebatten. Das Thema Jugendarbeitslosigkeit ist da nur eines von Vielen, das jedoch jeden jungen Menschen in Europa betrifft. Auch Dich. Würdest Du eine Ausbildung in einem anderen Land beginnen, wenn in Deutschland nicht mehr genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen würden? Würdest Du nach dem Studium dein Land verlassen, ohne zu wissen, wann du zurückkommen könntest?

Deine Wahl zum europäischen Parlament am 25. Mai hat ganz zentrale Auswirkungen auf die politischen Entscheidungen für ein gerechteres Europa. Am Ende müssen sich die europäischen Institutionen der Frage nach der größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich in Europa stellen.

Du kannst Europa verändern. Du hast die Wahl für ein gerechteres Europa.

 



Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /www/htdocs/w00e5d19/ivoteeurope.de/wp-content/themes/dante/page.php on line 185
Setze deine Diskussion auf die Agenda